// POLYESTER: IT’S NOT A HORROR STORY, IT’S THE FACTS

Er befindet sich an einem windstillen Ort, mitten im Pazifik. Seine Fläche kommt vermutlich jener von Mitteleuropa gleich. Und geformt wird der achte Kontinent nicht aus Land, sondern aus über 80 Millionen Tonnen Müll, sogenannter Wohlstandsmüll.

/ m i k r o p l a s t i k .

Was hat dieser Müllberg mitten im Pazifik mit unserer Kleidung zu tun? Nun, nebst falsch entsorgtem Touristenmüll und Autoreifen bestehen grosse Teile (man schätzt 15 – 31 %) dieser Abfallberge aus Plastikpartikeln. Genauer gesagt aus Plastikpartikeln von synthetischer Kleidung, sogenanntem Mikroplastik. Obwohl ein grosser Teil des Abfalles aus Afrika und Asien stammt, tragen auch wir mit jedem Waschgang zur Verschmutzung der Weltmeere bei.

Während dem Waschen entsteht Reibung, was zur Folge hat, dass pro Waschgang (unabhängig von der Temperatur) ca. 100’000 Fasern pro Kilogramm Wäsche ins Abwasser gelangen. Moderne Waschmaschinenfilter und sogar die Filter der Kläranlagen sind zu wenig fortgeschritten, um alle diese Partikel raus zu filtern. Denn die Partikel sind mit einer Grösse von weniger als 5 mm zu klein. Dies führt dazu, dass der Mikroplastik zuerst in unseren Flüssen und Seen und schlussendlich im Meer landet. Mit verheerenden Auswirkungen:

Eine Studie der Universität Basel fand heraus, das der Rhein jährlich 10 Tonnen Mikroplastik in die Nordsee transportiert. Ein grosser Teil davon sind Kunststofffasern, wie sie in der Textilindustrie verwendet werden. Weiter fanden Forscher in über zwei Drittel von 400 untersuchten Fischen aus der Nord- und Ostsee  Mikroplastik und in acht von zehn Wasservögeln, die in heimischen (schweizerischen) Gewässern verenden. Auch die Arktis sowie die Tiefsee hat die Verschmutzung bereits erreicht.

Synthetische Kleidung ist heutzutage weit verbreitet, rund 60% aller hergestellten Kleidungsstücke besteht aus Polyester, Nylon oder Polyacryl. In den Jahren 2000 – 2016 hat sich die Verwendung von Polyester in der Textilindustrie von 8,3 Tonnen auf 21,3 Tonnen vervielfacht. Wohl jeder von uns, mich eingeschlossen, besitzt Zuhause ein oder mehrere synthetische Kleidungsstücke und wäscht diese regelmässig.

/ t a k e   a c t i o n .

Angesichts dieser Faktenlage wird schnell klar, was zu tun ist: Möglichst auf den Konsum von synthetischen Produkten verzichten. Ist dies nicht möglich, sollte auf recycelte Materialien geachtet werden. Ansonsten sind Naturprodukte wie Biobaumwolle klar zu bevorzugen. Die beste und langfristig einzig tragbare Lösung ist und bleibt jedoch ein bewusster, minimalistischer Konsum, bei dem auf gute Qualität geachtet wird. Wenn wir nur Kleidungsstücke kaufen, die uns sehr gut gefallen und bei denen wir uns vorstellen können, sie auch in ein paar Jahren noch zu tragen, so ist sogar laut Greenpeace der Rohstoff gar nicht mehr so entscheidend. Wichtig ist, dass das Kleidungsstück Wertschätzung erfährt und die Langlebigkeit im Zentrum steht.

„Buy less, choose well, make it last.“ – Vivienne Westwood

 

Photo by Caleb George and Paul Morris on Unsplash

Quellen: Greenpeace Österreich, Beobachter, Spiegel Online, Welt.de, Sugru auf Medium, Slow Fashion – Sustainable Style, Environmental Science & Technology

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.